Ingenieure in der Mechatronik

Anfang der 1990er Jahre brachte die rasante Entwicklung der Computertechnologie die Technik an einen Punkt, an dem herkömmliche mechanische Lösungen verstärkt mit elektronischen Komponenten ergänzt oder gleich durch neue Systeme ersetzt wurden. Es drängte sich die Idee auf, darauf auch in der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung mit neuen Studiengängen zu reagieren. Mit „Mechatronik“ wurde ein Begriff gefunden, der das immer stärkere Zusammenwachsen der alten Ingenieurdisziplinen Maschinenbau und Elektrotechnik mit der Informationstechnik kennzeichnet.

Heute erweitert der Begriff Embedded Systems das Aufgabenfeld der Mechatronik. Dahinter verbergen sich integrierte Systeme wie Fahrassistenzsysteme in Autos. Weiterlesen ...
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Was steckt hinter der Mechatronik?

Die Mechatronik ist ein Fachgebiet der Ingenieurwissenschaften, das die Mechanik, bzw. den Maschinenbau, mit der Elektronik und Elektrotechnik verbindet. Das klassische mechatronische System ist ein Sensor-Aktor-System, bei dem Messdaten erfasst, verarbeitet und dann über einen Aktor wieder in eine mechanische Größe umgesetzt werden. Solche Systeme befinden sich in allen möglichen Produkten: im Auto natürlich, im Flugzeug, aber genauso im Smartphone oder in der Waschmaschine.

Überall da, wo es um Bewegungsgesetze geht, um Informationsverarbeitung und entsprechende Algorithmen, sind Mechatroniker am richtigen Platz. Die interdisziplinär ausgebildeten Ingenieure ergänzen sich gut mit den Maschinenbauern und den Elektrotechnikern, wobei die Mechatronik durch die Art und Weise, wie Problemlösungen angegangen werden, die Ingenieurwissenschaften insgesamt belebt hat.

Wie wird man zum Ingenieur für Mechatronik und Embedded Systems?

Mechatronik-Studiengänge sind in erster Linie eine Domäne der Fachhochschulen, sie werden mittlerweile aber auch von Universitäten angeboten. Und auch duale Ausbildungen, beispielsweise an den Berufsakademien, sind in dem Fachbereich durchaus üblich. Die dort sehr praxisnah ausgebildeten Absolventen erfüllen ein spezifisches Anforderungsprofil der Wirtschaft.

Neben dem akademischen Karriereweg, gibt es auch den Ausbildungsberuf Mechatroniker, zum Beispiel speziell für den KFZ-Bereich. Nicht selten entscheiden sich so ausgebildete Fachleute später für eine akademische Qualifikation im selben Berufsfeld.

In welchen Branchen arbeiten Mechatroniker?

In der Fahrzeugindustrie finden Mechatronik-Ingenieure derzeit vor allem Jobs in der Entwicklung und Konstruktion von Elektromobilen und Assistenzsystemen sowie in der Mikro- und Nanomechatronik. Darüber hinaus sind die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik, der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektroindustrie und die Energiewirtschaft beliebte Branchen für studierte Mechatroniker.

Die Automatisierungstechnik, vor dem Hintergrund der Industrie 4.0, und die Robotik gehören zu den zentralen Aufgabenfeldern der Mechatroniker. Denn Anlagen bestehen üblicherweise aus mechanischen und elektronischen Komponenten, also der ureigenen Kombination von Spezialgebieten der Mechatroniker. Ob in der Planung, Konstruktion, Produktion, im Vertrieb oder im Service – überall kommen Mechatroniker zum Einsatz.

Welche Aufgaben haben Mechatroniker?

Werden beispielsweise Mechatroniker für die „Produktentwicklung und Konstruktion im Bereich mechatronische Module und Komponenten für Bedienelemente und Lenkwinkelsensoren“ gesucht, geht es um werkstoff- und fertigungsgerechte Konstruktionen unter Berücksichtigung der funktionalen und designtechnischen Aspekte. Das Erstellen von Schaltplänen, Konstruktionszeichnungen und Bedienungsanleitungen gehört ebenfalls zum Aufgabenfeld. Und das alles in enger technischer Zusammenarbeit mit anderen involvierten Unternehmensabteilungen mit Blick auf Kosten und Termine.

Qualifiziert für diese Aufgabe sind u.a. Absolventen der Ingenieurstudiengänge Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Mechatronik- Feinwerktechnik oder einee vergleichbaren Ausbildung. Erwartet werden außerdem in aller Regel mehrjährige Erfahrung in der Konstruktion mechatronischer Komponenten sowie Kenntnisse der gängigen Konstruktions-Software. Abrunden würde das Profil des perfekten Bewerbers nachweisbares Know-how in Design Failure Mode Effects Analysis (DFMEA) und im Anforderungsmanagement (Requirement Management).

Ein/-e Service-Ingenieur/-in für Automatisierungstechnik im Sondermaschinenbau soll wiederum Ansprechpartner für Techniker und Kunden für den Bereich Service und Support (Wartung, Reparatur etc.) sein. In einer solchen Position geht es um die technische Unterstützung bei der Fehlersuche und deren Behebung inklusive Einleitung entsprechender Korrekturmaßnahmen per Fernwartung und gegebenenfalls auch vor Ort beim Kunden. Die Position gilt als Schnittstelle zur Konstruktions- und Entwicklungsabteilung im eigenen Unternehmen. Zur Aufgabenstellung gehören die Entwicklung und Realisierung von Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen, Serviceeinsätze beim Kunden vor Ort zur Inbetriebnahme und zum Umbau der Anlagen, die Beratung und Schulung der Bediener sowie das Erstellen technischer Berichte und Dokumentationen. Zum Anforderungsprofil gehört bei einer derartigen Stelle ein abgeschlossenes Studium der Elektrotechnik, Mechatronik, Automatisierungstechnik oder Vergleichbares. Erwünscht sind darüber hinaus Berufserfahrung im Bereich Service, gute Kenntnisse der Regel- und Automatisierungstechnik, ein solides technisches Verständnis von elektronischen Systemen (Datenerfassung, Messtechnik) sowie Freude am Umgang mit Kunden.

Welche Konstruktionssoftware sollte man als Mechatroniker beherrschen?

Es gibt unzählige Software-Angebote für die Konstruktion. Als Mechatroniker sollte man mit den folgenden arbeiten können: CATIA V5, Part Design, Assembly Design, Drafting, Generative Shape Design, Sheet Metal Design und Generative Part Structure Analysis.

Was verdient ein Ingenieur der Mechatronik?

Mechatronik-Absolventen verdienten in den ersten beiden Jahren nach ihrem Studienabschluss zwischen 43.100 Euro und 53.000 Euro brutto im Jahr. Das ergab die aktuellste Einkommensstudie des VDI Verlags, für die 7.431 Ingenieurinnen und Ingenieure ihre tatsächlichen Gehaltsdaten offenlegten. Diese ergeben auch, dass Bachelorabsolventen mit durchschnittlich 3.000 Euro weniger Jahresgehalt eingestuft werden als ihre Konkurrenten mit Masterabschluss.

Mit größerem Abstand zum Studium verwischt sich die Spur der Mechatroniker. Entscheidend für die Gehaltsentwicklung sind jedoch vor allem die Personalverantwortung und die jeweilige Position im Unternehmen. Grundsätzlich sind außerdem regionale Unterschiede, die Größe der Unternehmen und natürlich die Branche mitentscheidend für die jeweiligen Jahresgehälter. Unter gehaltsvergleich.com finden sich Einträge von 2.800 Euro monatlich für eine Berufseinsteigerin in Thüringen, 3.000 Euro für einen 30-Jährigen Mechatroniker in Bayern, der bereits drei Jahre im Beruf ist, bis hin zu 8.000 Euro monatlich für einen 31-Jährigen in Baden-Württemberg, der vier Jahre Berufserfahrung mitbringt.